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Ich bin gekommen, um Adieu zu sagen

Achtung! FSK 16 

Genre: Drama, Lime

Inspiration: Ein wunderschönes Lied der 17 Hippies.

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Immer wieder huscht dein Blick zu mir, deine Augen sehen tief in meine, bohren sich förmlich in die meinen ein. Erst habe ich versucht, dir auszuweichen, doch es gelingt mir schon lange nicht mehr. Deine Augen haben eine zu fesselnde und bezaubernde Wirkung auf mich, als dass ich der Versuchung hätte widerstehen können, in ihnen zu versinken.

Warum siehst du mich so an? Was erwartest du von mir?

Unruhig stehe ich auf der Bühne, versuche mich auf mein Gitarrenspiel zu konzentrieren, obwohl dein Anblick doch so viel schöner ist.

Du stehst ganz hinten in dem kleinen Club. Ganz hinten, in einer düsteren Ecke, aber ich habe dich natürlich sofort entdeckt und erkannt. Auch die anderen deiner Band sind da. Irgendwo habe ich sie vorhin gesehen, doch nur du bist mir wichtig. Deine Hände sind tief in deinen Hosentaschen vergraben, ein Bein hast du nach hinten angewinkelt und lehnst an der Wand. Das Haar trägst du zu einem Zopf, du weißt, dass ich das mag… Deine Hose sitzt wie immer sehr tief und zwischen der breite Gürtelschnalle und deinem kurzen T-Shirt kann ich ein kleines Stück deiner hellen, weichen Haut hervor blitzen sehen.

Dein Blick ruht noch immer auf mir, wie vom Beginn der Show an.

Ich bin irritiert, weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.

Auf der einen Seite muss ich mich wirklich auf meine Musik konzentrieren, schließlich will ich meine Band nicht enttäuschen… aber deine Augen sind so wunderschön, so faszinierend, dass ich immer wieder zu dir sehen muss, um ihren Anblick zu genießen.

Unser Publikum klatscht und grölt bei jedem Song, sie tanzen, lachen, haben Spaß…

Doch du stehst unbeweglich da, zeigst keine Regung, applaudierst nicht.

Du wirkst nach außen hin kalt und unantastbar. So kenn ich dich nicht. Bist du inzwischen auch innerlich so? Damals warst du anders, du warst fröhlich, herzlich, aufgeschlossen und zärtlich.

Dein Anblick macht mich traurig, weißt du das?

Ich vermisse dich.

 

Das Konzert ist zu Ende.

Ich bin froh darüber, es war mehr eine Qual, als ein Genuss für mich gewesen.

Ich werfe dir einen letzten Blick zu, dann verschwinde ich von der Bühne.

Ohne große Worte zu meinen Bandkollegen verschwinde ich unter der Dusche und versuche mich ein bisschen zu entspannen.

Es fällt mir sehr schwer, du gehst einfach nicht aus meinen Gedanken.

Ich habe Angst, wieder rauszugehen, womöglich auf dich zu treffen, mit dir reden zu müssen…

Und doch ist es das, wonach ich mich am meisten sehne.

Lange bleibe ich unter der Dusche, lasse das inzwischen kühle Wasser auf meinen erhitzten Körper prasseln und versuche, nicht an dich zu denken.

»Wirst du mal wieder fertig? «, fragt mich der Drumer meiner Band nach einer Weile.

Ich seufze nur und drehe das Wasser aus.

»Ich geh jetzt auch, ja? Gibst du den Schlüssel dann bitte noch ab? «, fragt er und wirft mir einen kleinen Schlüssel zu.

Ich schaffe es nicht, ihn zu fangen und er landet in einer Ecke des Raumes. Ich darf ihn nachher nicht vergessen!

»Ja, mach ich«, antworte ich leise.

»Okay, tschau«, verabschiedet mein Bandkollege sich und verlässt den Raum.

Nun bin ich allein und fange langsam an, mich anzuziehen.

Der Stoff der Kleidung kratzt unangenehm auf meiner Haut, ich zittere und fühle mich schwach.

Vor meinem inneren Auge sehe ich immer noch dich, wie du da hinten an der Wand gelehnt hast, wie du zu mir geschaut hast, die ganze Zeit…

Jetzt werde ich gleich daraus gehen müssen. Ich hoffe, du bist nicht mehr da.

Doch, du sollst noch da sein… ich will dich noch einmal sehen, noch ein einziges Mal!

Warum bist du eigentlich hier? Bist du nur für mich hier her gekommen? Sicher nicht.

Ich versuche gerade mein Haar zu ordnen, als ich im Spiegel sehe, wie die Tür hinter mir aufgeht.

Stumm lasse ich meine Hand sinken und sehe dich durch den Spiegel an.

Zögerlich betrittst du den Raum und schließt leise die Tür hinter dir.

Deine Härte und Selbstsicherheit von vorhin scheint von dir abgefallen zu sein.

Plötzlich wirkst du wieder, wie manchmal auch früher schon, zerbrechlich, ängstlich und angreifbar.

Einen Moment lang sehen wir uns durch den Spiegel in die Augen.

So wie den ganzen Abend schon.

Du blinzelst, deine Lippen beben.

Ich drehe mich zu dir um und gehe zielstrebig auf dich zu.

Dankbar hebst du die Hände und legst sie um meinen Hals, als ich meine Arme um deinen dünnen Körper lege und dich an mich ziehe.

Dein Gesicht presst du in meine Halsbeuge, ich spüre deine Lippen auf meiner Haut.

Ich denke nicht nach, halte dich einfach nur fest, genieße deine Nähe… ein letztes Mal…

Ich weiß, warum du gekommen bist, ich weiß es ganz genau, doch ich will es nicht hören. Sanft streiche ich mit der Hand über deinen Rücken, ertaste deine zarte Haut unter meinen Fingern, da dein Shirt noch weiter hochgerutscht ist. Eine kleine Gänsehaut breitet sich auf deinem Rücken aus, als meine vom Duschen noch kalte Finger auf deine Haut treffen. Du drückst dich noch enger an mich, während ich dich streichle, dich berühre… Meine Händen wandern unter deinem Shirt weiter nach oben, eine lasse ich nach vorne zu deinem flachen Bauch gleiten… du schauderst etwas, doch es scheint dir zu gefallen, was ich mache.

Du hebst den Kopf und siehst mir, wie schon so oft heute, tief in die Augen.

Du öffnest den Mund um etwas zu sagen, doch ich schüttle rasch den Kopf und um zu verhindern, dass du etwas sagst und diesen magischen Moment, den ich jetzt genießen will, zerstörst, küsse ich dich.

Du seufzt auf und lehnst dich mir entgegen, der Druck deiner Hände in meinem Nacken nimmt zu und deine süßen Lippen öffnen sich ein Stück, damit deine Zunge durch sie hindurch und über meine Lippen gleiten kann.

Unruhig fahren meine Hände über deine nackte Haut, krallen sich an deiner Hüfte fest, als du immer leidenschaftlicher wirst. Hör nicht auf, bitte! Nie wieder, ich will dich nicht mehr loslassen, dieser Moment soll ewig andauern!

Ich lasse mich nach hinten auf ein kleines Sofa fallen, ziehe dich mit mir, sodass du auf mir zum liegen kommst. Unseren innigen Kuss  haben wir noch immer nicht gelöst.

Deine Hände hast du inzwischen in meine Haare gekrallt, meine ruhen mit wachsendem Druck auf deinem Rücken.

Doch plötzlich löst du deine Lippen von meinem, siehst mich an, mit leicht verschleiertem aber doch ernstem und bedeutungsvollem Blick.

Diesmal kann ich dich nicht vom Sprechen zurückhalten.

»Ich bin gekommen, um Adieu zu sagen…«, flüsterst du traurig.

»Wie meinst du das? «, frage ich zittrig.

Doch ich weiß genau, wie du es meinst.

»Die andern sind schon vor gegangen, sie warten auf mich…«, sagst du.

Ich schlucke schwer.

Mit der Hand streiche ich langsam über deine etwas gerötete Wange. Du schließt die Augen und schmiegst dein Gesicht in meine Hand.

»Bleib noch«, bitte ich dich leise, »Nur diese Nacht. «

Du hältst die Augen geschlossen und hauchst: »Du verführst mich… ich kann dir nicht widerstehen…« Wieder vergräbst du dein Gesicht an meinem Hals, ich spüre, wie du tief ein und ausatmest.

Auch ich habe die Augen geschlossen, atme ruhig und drücke dich so eng an mich, wie möglich.

Nachher wirst du gehen, wann werde ich dich dann wiedersehen?

Ich muss diesen Moment genießen, mir genauestens einprägen, die Erinnerung an dich behalten…

Ich will dich spüren, dich berühren, ich will dir so nah sein, wie es nur geht. Niemand soll dich so spüren, wie ich jetzt, in dieser Nacht…

Schwach liegst du in meinen Armen, wehrst dich nicht, als ich dir dein Shirt über den Kopf ziehe. Als ich beginne, deinen Oberkörper mit kleinen Küssen zu verwöhnen, seufzt du genüsslich auf und flüsterst meinen Namen.

Plötzlich flackert das Licht im Raum und erlischt schließlich.

Im Halbdunkeln sehen wir uns etwas verwundert an, doch dann legst du eine Hand in meinen Nacken, ziehst mich zu dir und küsst mich liebevoll. Dabei gleitest du mit den Händen unter meinen Pullover und jagst mir einen Schauer über den Rücken, als du mich streichelst. Deine Lippen lassen von den meinen ab, setzen ihre zärtliche Tätigkeit aber sofort auf meinem Hals fort.

Mein Atem beschleunigt sich, als du mein Oberteil ausziehst und deine Küsse auf meiner Brust fortführst.

Ich ziehe dich wieder zu mir hoch, um deine Lippen erneut mit meinen zu verschließen.

Engumschlungen liegen wir da, schmiegen uns einander, versuchen uns möglichst überall zu berühren, den anderen vollständig zu spüren…

Du lässt von mir ab und streichelst durch mein Haar. Dein Blick folgt deinen Fingern, wie sie mit einzelnen Haarsträhnen von mir spielen.

»Weißt du noch«, beginnst du leise, »als wir uns an diesem warmen Abend am See getroffen haben…«

»Ja«, hauche ich, »natürlich weiß ich das noch… ich könnte es nie vergessen! «

»Sonnenuntergang«, sagst du nur.

Ein Lächeln liegt auf deinen wunderschönen Lippen und es steckt mich an.

»Du lagst in meinen Armen…«, sage ich, »Das warme Licht der untergehenden Sonne schimmerte auf deiner Haut…«

Mit Tränen in den Augen siehst du mich an.

»Wir haben nicht geredet…«, flüsterst du.

Ich schüttle ganz leicht den Kopf.

»Ganz ruhig lagen wir da, es gab nur uns, nur unsere Nähe…«, fahre ich mit erstickter Stimme fort.

Eine kleine Träne rinnt aus deinen Augen, über deinen Nasenrücken und tropft dann auf meine Wange.

Du beugst dich rasch hinab und küsst sie weg.

»Das war unsere Nacht… nur für uns…«, wisperst du gegen meine Wange.

»Genau wie diese Nacht jetzt«, flüstere ich zurück und küsse deine geschlossenen Augen.

Du nickst kaum merklich.

Unsere Lippen finden sich wieder, pressen sich fest aufeinander, ich streife dir deine engen Hosen von den Beinen…

Deine Küsse wandern meinen Hals hinab, ich habe das Gefühl, jeder Fleck, jeder kleinste Punkt meiner Haut würde unter deinen Berührungen brennen, glühen…

Fahrig streichen meine Hände über deinen Rücken, wandern unter dein dünnes Shirt, streicheln auch deine unendlich weiche Haut. Sehnsüchtig flüsterst du meinen Namen und richtest dich ein Stück auf, damit ich dir auch dein Oberteil ausziehen kann. Einen Moment halte ich es in meinen Händen, drücke mein Gesicht hinein und atme tief deinen betörenden Geruch ein. Du schluchzt leise, ziehst mir das Stück Stoff aus der Hand, um an meine Lippen zu gelangen. Du sollst niemals aufhören, mich zu küssen, niemals! Ich streiche immer wieder über deinen nackten Körper, meine Finger tanzen über deine Haut, bekommen nicht genug davon, dich zu fühlen.

Du beginnst, auch mich auszuziehen, schließlich liegen wir nackt und eng umschlungen da, bebend vor Leidenschaft und Sehnsucht nacheinander. Immer wieder erzittere ich, wenn wir uns an den empfindlichsten Stellen berühren, ein Schauer der Lust nach dem anderen überfällt mich, vertreibt den letzten Rest vernünftigen Denkens aus meinem Kopf.

Tief siehst du mir in die Augen, als unsere Körper zueinander finden, wir uns vereinen, uns so nah kommen, wie es nur geht. Ich spüre keinen Schmerz mehr in diesem Moment, weder körperlich noch seelisch… ich lebe nur diesen Moment, diese kostbaren Sekunden der unbeschreiblichen Lust, des Gefühle, wie du dich in meinem Körper verlierst, wie du mich liebst und dich mir hingibst.

Geschmeidig bewegst du dich auf mir, bist tief in mir und flüsterst immer wieder aufs äußerste erregt meinen Namen.

Wie schön du aussiehst, wenn du so losgelassen bist, so erregt und so hingebungsvoll und leidenschaftlich. Dein Stöhnen hallt in meinen Ohren wider, es lässt mich erschauern, ist das schönste Geräusch, das ich mir vorstellen kann.

Deine Hände streicheln mich, fassen mich an und treiben mich noch weiter auf den Abgrund zu…  einen Abgrund, den ich nicht sehen will, den ich noch nicht hinabstürzten will, weil dann alles zu Ende wäre… Ich will, dass es nie aufhört, dass wir für immer so vereinigt  bleiben können, für immer zusammen… es soll nicht zu Ende gehen…

Doch die Zeit kann man nicht anhalten, genauso wenig, wie ich dich in meinen Armen halten kann.

Gleichzeitig überkommt uns der Höhepunkt, gemeinsam stürzen wir in diesen Abgrund, erleben gemeinsam diesen berauschenden Fall… Ich erzittere unter dem Zusammenziehen meiner Muskeln und dem Ausstoß der unendlich vielen Glückshormone und des Adrenalins in meinem ganzen Körper und auch du bäumst dich mit einem leisen Schrei auf.

 

Nun liegst du in meinen Armen, lächelst mich glücklich an, hauchst mir einen letzten Kuss auf die Lippen.

»Adieu«, flüsterst du und kuschelst dich dann an mich.

Bald höre ich deinen regelmäßigen Atem und auch mir fallen die Augen zu.

Ich bin zu erschöpft um wachzubleiben… es ist gut so, dass ich in den Schlaf falle, bevor ich wieder anfange zu denken und so nur unsere traumhafte Nacht in Erinnerung habe… ich träume von deinen Augen, von deinen Lippen, höre deine Stimme, fühle deine Berührungen …

 

Ich erwache durch den Sonnenschein, der durch das kleine Fenster im Zimmer hereinfällt und meine Nasenspitze kitzelt.

Ich hebe den Kopf.

Jemand hat mich sorgfältig mit einer Stoffdecke zugedeckt, meine Kleidung liegt ordentlich zusammengelegt neben mir auf dem Tisch, der Türschlüssel liegt daneben.

Doch ich bin allein.

Ich lasse mich zurücksinken, schließe die Augen und rufe mir die Ereignisse der letzten Nacht in Erinnerung.

Du bist tatsächlich gegangen, hast mir diese Nacht geschenkt, zum Abschied.

Es war unsere Nacht, unser Zusammensein, unsere Leidenschaft und Liebe…

Warum hast du nur so einen schönen Körper, warum kannst du so zärtlich sein, so liebevoll, so verführerisch?

Wieso bin ich dir nur so verfallen? Wie soll ich weiterleben, ohne dich?

Ich liebe dich.

Ich liebe deine Brührungen, deine Küsse, dich so nah zu spüren, zu wissen, dass du für diesen Moment mein gewesen warst, zu sehen, wie du dich mir hingabst, wie du dich fallen ließt, wie du mich liebtest…

Ab jetzt werde ich ohne dich leben, ich bin allein… doch dein Duft bleibt in der Luft zurück, bei mir, ich habe Erinnerungen an dich, die sonst keiner hat, ich spüre dich noch immer, als wärst du hier…

 

 

 

13.10.10 15:24

Letzte Einträge: Vorschau, Warum Schnee kalt ist?, Unter diesen Sternen, Loslassen, Nach dem Erdbeben

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